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Es wurde mal wieder Zeit Martin (Freak) einen kleinen Besuch abzustatten. Ziel der kleinen Wochenendtour war die Staufenüberschreitung.

Gegen 9 starteten wir bei herrlichem Sonnenschein Richtung Padinger Alm, um dann gemütlich über den Steinernen Jager zum Reichenhaller Haus (Staufenhaus) aufzusteigen. Die Sonne brannte und man hatte es schnell bereut die Sonnencreme mal wieder nicht rechtzeitig aufgetragen zu haben. Der Aufstieg ist abwechslungsreich und die Aussicht auf Bad Reichenhall entschädigt für die Höhenmeter.

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Angekommen am ersten Gipfel gab es natürlich erst einmal ein wenig Flüssigkeit und die Hitze verdoppelte entsprechend die Wirkung :)

Ein paar Meter hatten wir noch vor uns, also zogen wir weiter über die Barthelmad Richtung Mittelstaufen. Hier hatte Martin für eine kleine Überraschung und ausreichend Nährstoffe gesorgt. So gut habe ich noch nie am Berg gegessen. Die Aussicht tat ihr übriges dazu. Da schmeckten Käsefondue und ein paar Steaks gleich viel besser. Und gegen Rotwein hatte ich noch nie etwas einzuwenden ^^

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Am nächsten Morgen hatten wir nach einem traumhaften Sonnenaufgang noch ein paar Höhenmeter vor uns. Der Weg ist wirklich zu empfehlen, ab und zu ein paar Klettereinlagen, die auch meist durch ein Seil gesichert sind. Dafür wurden wir mit traumhaften Aussichten in alle Richtungen belohnt.

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Der Planet drückte zwar und die Wasserreserven gingen langsam zu Ende, trotzdem standen wir zum Schluss erfolgreich auf dem Zwiesel. Wenn jetzt nicht immer das runter latschen wäre ^^

Eine super Tour, die mich aber auch mal wieder daran erinnert hat, dass ich das öfters tun sollte. Kann für die Kondition nicht schaden :)

Anfahrt
Endlich ist es soweit! Seit ein paar Stunden sitzen wir im Auto und fahren Richtung Fredrikshavn. Auf dem Weg zu unserer Fähre Richtung Norwegen, genauer gesagt nach Oslo. Eine weitere Station auf dem Weg in die Hardangervidda. Im Gepäck 2 Pulkas und 2 mal Skiausrüstung. Das Auto wird in der Nähe des Hafens in Fredrikshavn geparkt und wir reisen als Fußgänger mit seltsamen Gepäck mit der Fähre nach Oslo.

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Vor Ort geht es mit dem Bus zum Bahnhof und dort in den Nachtzug nach Finse, dem Start unserer Tour.

Tag 1: 04.03.2011

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Hier sind wir also. 4:15Uhr. Es ist noch dunkel, es schneit und stürmt. Zeit die Daunenjacken rauszuholen. Zum loslaufen alles andere als optimale Bedingungen, außerdem müssen die Thermoskannen noch gefüllt und die Ski gewachst werden. Wir nutzen den Warteraum des Bahnhofs um richtig wach zu werden und um alles vorzubereiten. Gegen 7Uhr lassen wir unsere Thermoskannen im Hotel Finse 1222 mit heißem Wasser füllen und schnallen danach unsere Ski und Pulka an. Los geht’s. Ziel ist Haukeliseter. Eine komplette Querung der Hardangervidda von Nord nach Süd.

Überrascht bemerken wir die Birkenzweige, welche den Weg Richtung Kraekkja und Kjeldebu markieren. So werden Karte und GPS nur gelegentlich herausgeholt um sich zu orientieren, wie viel der Strecke schon abgelaufen ist. Der Weg führt uns gemächlich immer wieder auf und ab. Die Sicht ist okay und der Wind nimmt stetig zu.

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Gerade als wir überlegen eine Pause einzulegen, kommt vor uns ein dunkler Punkt ins Blickfeld und wir identifizieren 2 rote Pulkas daneben. Als wir näher kommen, machen wir einen Abstecher zu diesem Lager – das Zelt zu nennen wäre geprahlt, eher 2 Bauplanen, die irgendwie festgesteckt wurde, deshalb fragen wir leicht besorgt nach ob alles in Ordnung ist. Nachdem eine Stimme unter der Plane versicherte, dass alles fein ist gehen wir weiter.

Den Versuch hinter einem großen Stein windgeschützt eine kurze Pause zu machen brechen wir ab, weil uns der aufgewirbelte Schnee ins Gesicht schneit. Also ziehen wir weiter. Der Wind spielt mit uns. Eine Böe schiebt uns einfach in den Tiefschnee und reißt unsere Pulkas um. Verdattert schauen wir uns an, lachen und versuchen uns wieder auf die Beine zu stellen. Ab jetzt gehen wir schubweiße in den Phasen wo der Wind sich sammelt und versuchen den Sturmböen einfach im Stand entgegenzuhalten. Selbst die flachen Anstiege sind nur mit Mühe zu nehmen, deshalb packen wir die Kurzfelle aus und ziehen sie auf die Ski.

Am frühen Nachmittag haben wir genug, außerdem macht sich leichte Müdigkeit breit. Wir suchen in der Nähe des Midnutvadnet eine zumindest etwas vom Wind geschützte Stelle und bauen unser Zelt auf. Nach einem kleinen Nachmittagsschlaf, verlegen wir das Kochen ins Absid – Lachs mit Reis. Lecker! Wir füllen noch die Thermoskannen auf und versuchen das Flattern des Zeltes im Wind auszublenden und zu schlafen.

Es ist schon eine Weile her, aber es wird Zeit auch dieser schönen Tour einen kleinen Artikel zu widmen.

Zusammen mit Martin, Basti & Susi haben wir die Tage um Allerheiligen genutzt die Berge unsicher zu machen. Als üblicher Startpunkt wurde mal wieder der Parkplatz an der Wimbachbrücke genutzt.

Durch das Wimbachtal ging es gemütlich bis zur Wimbachgrieshütte. Die Schneeverhältnisse waren noch recht human und so blieb genug Zeit um den ein oder anderen Geocache auf der Route zu heben. Hier wurden auch die ersten Nichtcacher als Bergehilfe und zu Fotodiensten verpflichtet :)


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Endlich ist es soweit – Urlaub! Am 23.07.2010 starten wir nach der Arbeit mit dem Auto gen Norden. Richtig, wir fahren mit dem Auto. Und weil wir unterwegs noch was für unsere Cachestatistik tun wollen, nehmen wir auch nicht die Fähre sondern fahren durch Dänemark und über die Öresundbrücke. Aber so weit sind wir noch nicht.

Anreise
Auf der Autobahn ist überraschend wenig los, sodass wir gut voran kommen und gegen 2:00 Uhr Kolding in Dänemark erreichen. Dort suchen wir uns ein ruhiges Plätzchen und versuchen im Auto ein wenig Schlaf zu bekommen – erholsam ist was anderes, deshalb entschließen wir nach ca. 5 Stunden das mit dem Schlafen aufzugeben und uns dem ersten Highlight unserer Reise zu widmen: dem Koldinger Powertrail.

Als kleine Einstimmung aufs Wandern werden so ungefähr 10km zurückgelegt. Ca. alle 200m muss man sich bücken, um einen Microcache aufzuheben und zu loggen. Das artet regelrecht in Stress aus – wir brauchen dringend einen Stempel! Logbucheintrag, im Gehen den Cache auf dem GPS als gefunden markieren und den nächsten anpeilen, nebenbei noch eine Fieldnote auf dem Ipod speichern – da kommt man schon mal ins stolpern und kaum ist man fertig, ist man schon am nächsten Cache angekommen. Zum Glück sind nicht mehr alle Dosen aktiv… Aber die Sonne scheint und nach den ersten 7 Caches hat man das Prozedere optimiert und kann auch die Landschaft ein wenig genießen. Gegen halb 11 sind unsere ersten 28 dänischen Caches gefunden und wir setzten unsere Fahrt mit dem Auto fort, schließlich haben wir noch einige Kilometer vor uns.

Nicht ganz 2 Stunden später sind wir zumindest schon mal im richtigen Land – Schweden! Hier nehmen wir die Inlandsstrasse, schließlich ist die Anreise schon Urlaub und wir haben Zeit.

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Pausen machen wir dort, wo das GPS auch einen Cache ankündigt bzw. wo es unser Hunger befiehlt. 22 Uhr biegen wir auf einen Rastplatz ab und stellen umzingelt von Mücken unser Zelt auf – die Nacht ist wesentlich bequemer und entspannender. Trotzdem treibt es uns am nächsten morgen um halb 7 weiter. Die Mücken fallen zur Begrüßung über uns her und wir verfluchen, das Deet so weit weggepackt zu haben. Heute liegen ca. 900km vor uns. Ziel ist Trollforsen bei Moskosel – eine der größten Stromschnellen Europas.

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Echt beeindruckend welche Wassermassen sich dort in kürzester Zeit ihren Weg suchen.

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Natürlich gibt es auch hier jede Menge Mücken, aber heute sind wir vorbereitet :P Es ist bewölkt und beginnt ab und zu zu nieseln.

Auch am nächsten Morgen werden wir nicht von einem atemberaubenden Sonnenaufgang geweckt, sondern bauen unser nasses Zelt gegen 7 Uhr ab und gegeben uns auf die letzten 400km im Auto.

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Ziel Nikkaluokta. Unterwegs rufen wir schon mal dort an und buchen das Boot für den nächsten Tag, um so 12km durch die Vistasvagge abkürzen zu können. Bevor wir endgültig in die Pampa abbiegen kaufen wir in Kiruna noch unsere Frühstücksverpflegung für die Tour, eine Packung Nudeln und 2 Bier fürs Abendessen. Dann verdrücken wir noch einen Burger mit Pommes zum Mittag – typisch schwedisches Essen eben ;)

14 Uhr erreichen wir den Ausgangspunkt für unsere Tour – Nikkaluokta. Wir melden uns an, bezahlen die Parkgebühren fürs Auto und unsere Bootsfahrt und bauen dann das Zelt auf. Nächste Amtshandlung ist eine ausgiebige Dusche. Wir legen sofort Mückenmittel auf und dann räumen wir das Auto aus, packen schon mal grob unsere Rucksäcke und sortieren den sonstigen Kram im Auto scheinbar ohne System und so ist es an diesem Tag nicht das letzte Mal, dass wir den Kofferraum komplett umräumen ;) Aber solange man sich bewegt wird man wenigstens von den Mücken verschont.

Zur Zubereitung des Abendessens haben sie uns so weit, wir packen das Mückennetz aus. Wir fangen damit an und alle anderen auf dem Zeltplatz ziehen nach. Allerdings kann man so weder essen noch Bier trinken, also ertragen wir die Mücken in unserem Gesicht und beeilen uns mit dem Verzehr von Nudeln und Bier ;) Danach geben wir uns geschlagen und verziehen uns ins Zelt, wenigstens hier hat man Ruhe vor den Biestern. Das kann ja lustig werden in der Vistasvagge…dann setzt der Regen ein und wir machen die Augen zu.

Tag 1: 27.07.2010
Am nächsten Morgen immerhin kein Regen, es ist bewölkt und ein leichter Wind geht, nahezu keine Mücken. Trocken wird das Zelt trotzdem nicht. Unsere Zeltnachbarn werden mich leise verfluchen, als ich versuche durch kräftiges Schütteln wenigstens einen Großteil des Wassers vom Zelt zu bekommen ^^ Danach nutzen wir noch ein letztes Mal für die nächsten Tage das Servicehaus, packen die Rucksäcke und Frühstücken. Ich werde erst auf den letzten Drücker fertig mit meinem Gepäck.

Punkt 8 Uhr sind wir am Bootsableger, wo ca. 3 Sekunden zuvor unser Fahrer eintrifft. Etwas herrisch und in einem Tonfall, der keinen Widerspruch erlaubt, weißt er Tomie an die Leinen los zu machen und ich soll mir die Schwimmweste anziehen. Nachdem Tomie seinen Teil erledigt hat und auch auf dem Boot ist, müssen wir uns alle auf eine Seite des Bootes lehnen (ob Bug- oder Steuerbord entzieht sich meiner Kenntnis), damit sich das Regenwasser an einer Stelle im Boot sammelt und abgeschöpft werden kann. Dies erledigt der “Kapitän” selbst und Tomie legt in der Zeit seine Schwimmweste an.

Dann geht die Fahrt los. Tomie ist begeistert und ruft mir zu: “Das ist ja wie in den Mangroven!” Ein paar Enten finden unsere Fahrt nicht so lustig und ergreifen die Flucht.

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Nachdem Caro ihre Erlebnisse geschildert hat möchte ich meine nicht vorenthalten. Schließlich hatte ich auch mehr Zeit die einen oder anderen Dinge etwas kritischer zu betrachten.

Samstag, 07.08.2010

Kurz vor 9.00Uhr winkte ich Caro noch einmal zu und wünschte ihr viel Erfolg für ihr Vorhaben. Ich selbst reihte mich dann weiter hinten ein, denn ich hatte es nicht ganz so eilig. Auch wollte ich nicht gleich auf den ersten Metern überrannt werden. Da mein persönliches Ziel war bei dieser Veranstaltung „Gold“ zu erreichen, konnte ich aber auch nicht rumtrödeln. Eine konstante Geschwindigkeit gemischt mit regelmäßigen Pausen war der Plan. Erfahrungen mit Strecken über 25km konnte ich noch keine sammeln. Somit war das meine Premiere. Mir war eigentlich nur eins klar. Ich muss meinen Stiefel laufen und mich nicht von anderen ablenken lassen. Gesagt getan…. Pünktlich um 9 ging es auf die Strecke und man stapfte mit den Massen in einer Reihe.

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Keine 5km später am Bootsanleger hatte sich das Feld schon deutlich in die Länge gezogen und es gab bereits die einen oder anderen Momente, die man für sich alleine hatte. Auf der Tour vor den Classics hatte ich mir meine Achillessehne entzündet. Diese stellte zum jetzigen Zeitpunkt meine einzige Sorge dar. Zum Glück hat die Behandlung in den Ruhetagen vorher gefruchtet und in den Trailrunnern (INOV8) gab es keine großen Probleme. 2 Stunden später waren bereits die ersten 10km gelaufen und es wurde Zeit für eine Pause. Nicht zu schnell auspowern. Das erste Polarbröd wurde genossen und der Körper mit ausreichend Flüssigkeit versorgt. Obwohl ich weiter wollte, zwang ich mich die Pause auf 20 Minuten auszudehnen. Diese Taktik sollte sich später echt bezahlt machen.

… mit diesem verwegenen Ziel bin ich am 07.08.2010 um 9:00Uhr in Nikkaluokta an den Start gegangen. Viele von euch fragen sich bestimmt, wie kommt man auf diese Idee? Hier die Antwort: Bei der Anmeldung für die Classics letzten Herbst stand für Tomie und mich fest, dass wir auf jeden Fall mit Gold in der Tasche heimkehren wollen. Da wir den Kungsleden letzten Sommer bereits gegangen sind, durchaus ein realistischer Gedanke in maximal 3 Tagen Abisko zu erreichen. Für mich allerdings noch eine Spur zu locker machbar. Ich beginne es als sportliche Herausforderung zu sehen und nach einigem Überschlagen komm ich auf 24 Stunden. Ein grenzwertiges Ziel, was ich jedoch als durchaus erreichbar einschätze – mein Ehrgeiz ist endgültig geweckt. Ich lass mich selten von Dingen abbringen, die ich mir einmal in den Kopf gesetzt habe und so lass ich alle Zweifler links liegen. Einen Schnitt von 5km/h in diesem Gelände ist alles andere als ein Spaziergang, dessen bin ich mir durchaus bewusst. Aufregend!

Nicht ganz ein Jahr später sind wir dann also wirklich dabei: Fjällräven Classics 2010. Bereits am 05.08.2010 registrieren wir uns, nehmen unseren Wanderpass entgegen, decken uns mit Essen ein und geben das Gepäck für Abisko auf – alles schön in Ruhe, mit genügend Vorlauf.

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Den offiziellen Start am 06.08.2010 lassen wir uns nicht entgehen und sehen zu wie die ersten 3 Startgruppen ihre Wanderung auf dem Kungsleden beginnen. So hören wir auch immer wieder die Statistiken: 24 Nationen, die meisten Teilnehmer aus Deutschland. Kein Wunder also, dass man mit vielen Leuten einfach (auf deutsch) ins Gespräch kommt. Mich interessiert die Motivation, wieso die anderen an dieser Veranstaltung teilnehmen, weil ich diesbezüglich etwas zwiegespalten bin. Für mich ist es der sportliche Ansporn, dazu in einer traumhaften Kulisse. Außerdem weiß ich welche Dynamik von solchen Massenveranstaltungen ausgeht und wie viel einfacher das Gruppenerlebnis es macht an seine Grenzen zu gehen. Auf der anderen Seite trampeln tausende Leute in kürzester Zeit durch die Landschaft und bringen die Natur damit aus dem Gleichgewicht. Alle die ich Frage teilen meine Skepsis nicht. Die meisten wollen mit den Classics einfach etwas verrücktes machen, dabei die Gegend kennenlernen und vor allem Spaß haben. Ich auch und der beginnt schon mit jedem dieser Gespräche :) Natürlich kommt bei solchen Gelegenheiten auch die Frage auf: “In wievielen Tagen willst du die Strecke laufen?” Verwegen antworte ich: “Hoffentlich in nur einem!” Ich ernte viele skeptische Blicke und müdes Lächeln. Andere sind sofort Feuer und Flamme, wollen mehr wissen, wünschen mir alles gute für den nächsten Tag und beginnen zu überlegen wo wir uns eventuell wiedersehen…

Im Gespräch erfahre ich außerdem von 24h Zeitstrafen, wenn man nicht die vorgeschriebene Mindestausrüstung dabei hat. Also muss ich mein Gepäck noch etwas aufstocken bzw. umpacken, schließlich müssen nun zusätzlich Isomatte, Kocher und lange Unterhosen mit – auch die Klamottenwahl wird jetzt nochmal überdacht.

Meine Füsse sind die unsicherste Komponente für das ganze Unternehmen, entsprechend sorgfältig kümmer ich mich am Abend vor dem Lauf nochmal um diese. Oberste Devise lautet: trocken halten. Deshalb packe ich lieber noch ein Paar mehr Wechselsocken in meinen Rucksack.

Am nächsten Morgen vor dem Start offenbart die Waage das Kampfgewicht meines Rucksacks: 8,5kg – davon ca. 2,5l Wasser. Immerhin keine 25kg, wie die meisten schwedischen Teilnehmer ;) Der Rucksack sitzt gut, nix kneift oder klappert. Die Spannung steigt und ich merke die Nervosität in mir aufsteigen, da geht es auch schon los. Punkt um 9Uhr starten ca. 250 Leute ihr persönliches Fjällräver Classics Abenteuer bei strahlendem Sonnenschein.

Dieses Wochenende wurden meine Füsse und Beine in Vorbereitung auf die Fjällräven Classics einer kleinen Bewährungsprobe unterzogen. Für dieses Unternehmen hatte ich mir bereits vor einem Monat einen Abschnitt auf dem Jurasteig ausgesucht. Der Jurasteig ist ein Rundweg von ca. 230km durch den Naturpark Bayrischer Jura. Aufgeteilt ist er in 12 Etappen zwischen 14 und 27km. Zudem gibt es 17 Schlaufenwege, die sich hervorragend für kurze Tagestouren eignen. Wieso also in die Ferne schweifen, wenn man einen Fernwanderweg direkt vor der Tür hat?

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Natürlich bin ich nicht die komplette Distanz angegangen, sondern hatte mir die ersten beiden Etappen für meinen Trainingslauf ausgewählt und wollte von Kelheim zurück nach Regensburg laufen. Eine grobe Abschätzung auf der Karte ließ mich von ca. 60km ausgehen. Das sollte erstmal genug sein für den Anfang.

Am Samstag war es endlich so weit. Das Wetter hätte besser kaum sein können – ich gebe zu ein paar Grad weniger hätten auch gereicht ;) Also hab ich meinen Deuter Act Trail mit Proviant, 4 Liter Wasser und diversen anderen Sachen, die man eben so dabei hat, wie Erste Hilfe Set, Regenklamotten – die hätte ich mir sparen können, uvm. Am Ende war sogar die Kamera im Gepäck – schließlich sollte das Gewicht des Rucksacks auch einigermaßen realistisch sein und so waren die 10kg schnell zusammen. Nach einem ausgiebigen Frühstück fährt mich Tomie mit dem Auto zum Ausgangspunkt meiner Wanderung nach Kelheim.

Gegen 10Uhr sind wir am touristischen Zentrum Kelheims, der Schiffsanlegestelle. Der Rucksack ist schnell dort wo er hingehört und dann verabschiede ich mich bis zum Abend und mische mich unter den Besucherstrom entlang der Anlegestelle. Der Weg ist bestens markiert und so führen mich die Schilder quer durch die Innenstadt von Kelheim.

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