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Anfahrt
Endlich ist es soweit! Seit ein paar Stunden sitzen wir im Auto und fahren Richtung Fredrikshavn. Auf dem Weg zu unserer Fähre Richtung Norwegen, genauer gesagt nach Oslo. Eine weitere Station auf dem Weg in die Hardangervidda. Im Gepäck 2 Pulkas und 2 mal Skiausrüstung. Das Auto wird in der Nähe des Hafens in Fredrikshavn geparkt und wir reisen als Fußgänger mit seltsamen Gepäck mit der Fähre nach Oslo.
Vor Ort geht es mit dem Bus zum Bahnhof und dort in den Nachtzug nach Finse, dem Start unserer Tour.
Tag 1: 04.03.2011
Hier sind wir also. 4:15Uhr. Es ist noch dunkel, es schneit und stürmt. Zeit die Daunenjacken rauszuholen. Zum loslaufen alles andere als optimale Bedingungen, außerdem müssen die Thermoskannen noch gefüllt und die Ski gewachst werden. Wir nutzen den Warteraum des Bahnhofs um richtig wach zu werden und um alles vorzubereiten. Gegen 7Uhr lassen wir unsere Thermoskannen im Hotel Finse 1222 mit heißem Wasser füllen und schnallen danach unsere Ski und Pulka an. Los geht’s. Ziel ist Haukeliseter. Eine komplette Querung der Hardangervidda von Nord nach Süd.
Überrascht bemerken wir die Birkenzweige, welche den Weg Richtung Kraekkja und Kjeldebu markieren. So werden Karte und GPS nur gelegentlich herausgeholt um sich zu orientieren, wie viel der Strecke schon abgelaufen ist. Der Weg führt uns gemächlich immer wieder auf und ab. Die Sicht ist okay und der Wind nimmt stetig zu.
Gerade als wir überlegen eine Pause einzulegen, kommt vor uns ein dunkler Punkt ins Blickfeld und wir identifizieren 2 rote Pulkas daneben. Als wir näher kommen, machen wir einen Abstecher zu diesem Lager – das Zelt zu nennen wäre geprahlt, eher 2 Bauplanen, die irgendwie festgesteckt wurde, deshalb fragen wir leicht besorgt nach ob alles in Ordnung ist. Nachdem eine Stimme unter der Plane versicherte, dass alles fein ist gehen wir weiter.
Den Versuch hinter einem großen Stein windgeschützt eine kurze Pause zu machen brechen wir ab, weil uns der aufgewirbelte Schnee ins Gesicht schneit. Also ziehen wir weiter. Der Wind spielt mit uns. Eine Böe schiebt uns einfach in den Tiefschnee und reißt unsere Pulkas um. Verdattert schauen wir uns an, lachen und versuchen uns wieder auf die Beine zu stellen. Ab jetzt gehen wir schubweiße in den Phasen wo der Wind sich sammelt und versuchen den Sturmböen einfach im Stand entgegenzuhalten. Selbst die flachen Anstiege sind nur mit Mühe zu nehmen, deshalb packen wir die Kurzfelle aus und ziehen sie auf die Ski.
Am frühen Nachmittag haben wir genug, außerdem macht sich leichte Müdigkeit breit. Wir suchen in der Nähe des Midnutvadnet eine zumindest etwas vom Wind geschützte Stelle und bauen unser Zelt auf. Nach einem kleinen Nachmittagsschlaf, verlegen wir das Kochen ins Absid – Lachs mit Reis. Lecker! Wir füllen noch die Thermoskannen auf und versuchen das Flattern des Zeltes im Wind auszublenden und zu schlafen.
… mit diesem verwegenen Ziel bin ich am 07.08.2010 um 9:00Uhr in Nikkaluokta an den Start gegangen. Viele von euch fragen sich bestimmt, wie kommt man auf diese Idee? Hier die Antwort: Bei der Anmeldung für die Classics letzten Herbst stand für Tomie und mich fest, dass wir auf jeden Fall mit Gold in der Tasche heimkehren wollen. Da wir den Kungsleden letzten Sommer bereits gegangen sind, durchaus ein realistischer Gedanke in maximal 3 Tagen Abisko zu erreichen. Für mich allerdings noch eine Spur zu locker machbar. Ich beginne es als sportliche Herausforderung zu sehen und nach einigem Überschlagen komm ich auf 24 Stunden. Ein grenzwertiges Ziel, was ich jedoch als durchaus erreichbar einschätze – mein Ehrgeiz ist endgültig geweckt. Ich lass mich selten von Dingen abbringen, die ich mir einmal in den Kopf gesetzt habe und so lass ich alle Zweifler links liegen. Einen Schnitt von 5km/h in diesem Gelände ist alles andere als ein Spaziergang, dessen bin ich mir durchaus bewusst. Aufregend!
Nicht ganz ein Jahr später sind wir dann also wirklich dabei: Fjällräven Classics 2010. Bereits am 05.08.2010 registrieren wir uns, nehmen unseren Wanderpass entgegen, decken uns mit Essen ein und geben das Gepäck für Abisko auf – alles schön in Ruhe, mit genügend Vorlauf.
Den offiziellen Start am 06.08.2010 lassen wir uns nicht entgehen und sehen zu wie die ersten 3 Startgruppen ihre Wanderung auf dem Kungsleden beginnen. So hören wir auch immer wieder die Statistiken: 24 Nationen, die meisten Teilnehmer aus Deutschland. Kein Wunder also, dass man mit vielen Leuten einfach (auf deutsch) ins Gespräch kommt. Mich interessiert die Motivation, wieso die anderen an dieser Veranstaltung teilnehmen, weil ich diesbezüglich etwas zwiegespalten bin. Für mich ist es der sportliche Ansporn, dazu in einer traumhaften Kulisse. Außerdem weiß ich welche Dynamik von solchen Massenveranstaltungen ausgeht und wie viel einfacher das Gruppenerlebnis es macht an seine Grenzen zu gehen. Auf der anderen Seite trampeln tausende Leute in kürzester Zeit durch die Landschaft und bringen die Natur damit aus dem Gleichgewicht. Alle die ich Frage teilen meine Skepsis nicht. Die meisten wollen mit den Classics einfach etwas verrücktes machen, dabei die Gegend kennenlernen und vor allem Spaß haben. Ich auch und der beginnt schon mit jedem dieser Gespräche :) Natürlich kommt bei solchen Gelegenheiten auch die Frage auf: “In wievielen Tagen willst du die Strecke laufen?” Verwegen antworte ich: “Hoffentlich in nur einem!” Ich ernte viele skeptische Blicke und müdes Lächeln. Andere sind sofort Feuer und Flamme, wollen mehr wissen, wünschen mir alles gute für den nächsten Tag und beginnen zu überlegen wo wir uns eventuell wiedersehen…
Im Gespräch erfahre ich außerdem von 24h Zeitstrafen, wenn man nicht die vorgeschriebene Mindestausrüstung dabei hat. Also muss ich mein Gepäck noch etwas aufstocken bzw. umpacken, schließlich müssen nun zusätzlich Isomatte, Kocher und lange Unterhosen mit – auch die Klamottenwahl wird jetzt nochmal überdacht.
Meine Füsse sind die unsicherste Komponente für das ganze Unternehmen, entsprechend sorgfältig kümmer ich mich am Abend vor dem Lauf nochmal um diese. Oberste Devise lautet: trocken halten. Deshalb packe ich lieber noch ein Paar mehr Wechselsocken in meinen Rucksack.
Am nächsten Morgen vor dem Start offenbart die Waage das Kampfgewicht meines Rucksacks: 8,5kg – davon ca. 2,5l Wasser. Immerhin keine 25kg, wie die meisten schwedischen Teilnehmer ;) Der Rucksack sitzt gut, nix kneift oder klappert. Die Spannung steigt und ich merke die Nervosität in mir aufsteigen, da geht es auch schon los. Punkt um 9Uhr starten ca. 250 Leute ihr persönliches Fjällräver Classics Abenteuer bei strahlendem Sonnenschein.
Dieses Wochenende wurden meine Füsse und Beine in Vorbereitung auf die Fjällräven Classics einer kleinen Bewährungsprobe unterzogen. Für dieses Unternehmen hatte ich mir bereits vor einem Monat einen Abschnitt auf dem Jurasteig ausgesucht. Der Jurasteig ist ein Rundweg von ca. 230km durch den Naturpark Bayrischer Jura. Aufgeteilt ist er in 12 Etappen zwischen 14 und 27km. Zudem gibt es 17 Schlaufenwege, die sich hervorragend für kurze Tagestouren eignen. Wieso also in die Ferne schweifen, wenn man einen Fernwanderweg direkt vor der Tür hat?
Natürlich bin ich nicht die komplette Distanz angegangen, sondern hatte mir die ersten beiden Etappen für meinen Trainingslauf ausgewählt und wollte von Kelheim zurück nach Regensburg laufen. Eine grobe Abschätzung auf der Karte ließ mich von ca. 60km ausgehen. Das sollte erstmal genug sein für den Anfang.
Am Samstag war es endlich so weit. Das Wetter hätte besser kaum sein können – ich gebe zu ein paar Grad weniger hätten auch gereicht ;) Also hab ich meinen Deuter Act Trail mit Proviant, 4 Liter Wasser und diversen anderen Sachen, die man eben so dabei hat, wie Erste Hilfe Set, Regenklamotten – die hätte ich mir sparen können, uvm. Am Ende war sogar die Kamera im Gepäck – schließlich sollte das Gewicht des Rucksacks auch einigermaßen realistisch sein und so waren die 10kg schnell zusammen. Nach einem ausgiebigen Frühstück fährt mich Tomie mit dem Auto zum Ausgangspunkt meiner Wanderung nach Kelheim.
Gegen 10Uhr sind wir am touristischen Zentrum Kelheims, der Schiffsanlegestelle. Der Rucksack ist schnell dort wo er hingehört und dann verabschiede ich mich bis zum Abend und mische mich unter den Besucherstrom entlang der Anlegestelle. Der Weg ist bestens markiert und so führen mich die Schilder quer durch die Innenstadt von Kelheim.
Ursprünglich haben wir diesen Rucksack für Tages- bzw. Wochenendtouren angeschafft. Mit 32 Liter Volumen bietet er mehr als genug Platz für solche Gelegenheiten. Selbst der Helm für Klettersteigtouren kann problemlos im Netzfach transportiert werden.
Durch seine längliche Form eignet sich der Deuter Act Trail 32 speziell für große Personen.
Dank Hüftgurt und verstellbaren Schultergurten ist eine exakte und optimale Lastverteilung möglich. Der Hüftgurt fixiert den Rucksack körpernah und bietet aufgrund seines anatomischen Schnittes trotzdem genügend Bewegungsfreiheit. Zudem sorgt das Aircontact Rückensystem für Tragekomfort und guten Luftaustausch bei allen Bewegungen und in jedem Einsatzbereich. Egal ob auf dem Fahrrad, beim Wandern in den Bergen, beim Geocaching im Wald, zum Klettern in der Halle oder beim Bummeln in der Stadt. Der Rucksack macht immer eine gute Figur. Passt sich perfekt der Rückform an und ist somit super bequem zu tragen.
Er bietet genügend Stauraum im Hauptfach sowie zahlreichen kleineren Taschen. Durch die Zugänge in den Innenraum von vorn über einen Rundum- Reißverschluss oder von oben über einen Deckel und Kordelzug ist auch alles im Hauptfach schnell und problemlos zu finden und zu erreichen. Links daneben ist eine Reißverschluss- Seitentasche und rechts eine Netzseitentasche angebracht. Zudem gibt es im Deckel zwei Reißverschluss- Fächer. In einer weiteren kleinen Tasche am Hüftgurt lassen sich Kleinigkeiten, wie Geld oder Kaugummis schnell erreichbar aufbewahren. Auch die Außenseite des Rucksackes bietet jede Menge Befestigungsmöglichkeiten.
Am Wochenende hatten Outdoorbegeisterte die Gelegenheit ein großes Angebot an Zelten (u.a. Hilleberg, Helsport, Vaude, MSR, Mountain Hardware sowie Crux und Lightwave…) und Booten am Putterersee im Ennstal live zu sehen, auszuprobieren und sich Details der Produkte erklären zu lassen und zu vergleichen. Dazu standen neben dem Fliegfix Team auch diverse Aussteller zur Beratung zur Verfügung.
Besonders interessant war es den direkten Unterschied zwischen “Normal”-, Carbon- & Scandiumgestänge einmal live zu testen.
Am Nachmittag wurde mit Hilfe eines Flugzeuges der Zeltaufbau unter Sturmbedingungen vorgeführt.
Endlich ist es soweit. Mit dem Airportliner geht’s zum Flughafen München und von dort aus per Flieger über Stockholm Arlanda am nächsten morgen weiter nach Gällivare. Trotz unhandlichem Gepäck verläuft alles ohne Probleme, sogar die Gewichtsgrenze halten wir ein. Mit ca. 1,5h Verspätung erreichen wir Lappland Airport, wo bereits unser Taxi auf uns wartet.
Gepäck schnappen, verladen und ab zum Campingplatz. Dort angekommen beziehen wir eine sehr gut ausgestattet Hütte und bringen unser vorgeschicktes Paket wieder in unseren Besitz.
Etwas müde aber bester Laune starten wir anschließend eine Erkundungs- und Shoppingtour durch Gällivare. Der Bahnhof ist schnell gefunden. Dort checken wir sicherheitshalber nochmal den Fahrplan für den Bus nach Ritsem und dann führt uns der nächste Weg in der Intersport, um das Powerfuel für den Kocher zu erstehen. Zurück in unserem Quartier packen wir die Pulken für die Tour und sortieren die unnötigen Sachen in unser Paket, was wir am Campingplatz zurücklassen. Bestens vorbereitet wollen wir dann nur noch eins: Schlafen!
Vor unserer Reise nach Lappland habe ich bereits von meinen Erfahrungen mit den Komperdell BC Chilkoot Trail berichtet. Wirklich überzeugend waren sie bis dahin nicht, denn sie sind immer in heiklen Situationen zusammengerutscht. Deshalb haben sie ihre letzte Chance bekommen sich als Festlängenstöcke zu bewähren und diese auf dem Padjelantaleden durchaus genutzt bzw. nicht enttäuscht.
Die Umbauaktion einen Tag vor der Abreise war etwas improvisiert. Denn ursprünglich wollte ich die Stöcke auf die richtige Länge eingestellt mit einer kleinen Bohrung und entsprechenden Schrauben fixieren. Jedoch war mir diese Aktion so kurzfristig dann doch zu heikel. Was wenn der Bohrer abrutscht und dann der ganze Stock instabil wird? Deshalb musste Plan B herhalten: Eine ordentliche Ladung Sekundenkleber auf den aufgeschraubten und so weit wie möglich ausgefahrenen Stock auftragen, schnell auf die richtige Länge zusammenschieben und festschrauben. Dann das gleiche Szenario am zweiten Stock wiederholen. Fertig.
Etwas skeptisch war ich schon. Aber so kurz vor knapp die beste Lösung. Nach ein paar Belastungstests wandern die Stöcke also ins Reisegepäck.
Sie haben sich bewährt. Die Stöcke haben super funktioniert und ihre Länge egal bei welcher Belastung beibehalten. Ich bin so positiv überrascht, dass sie natürlich die Rückreise verdient antreten durften und auch durchaus für weitere Wintertouren auf meiner Packliste bleiben.
FAZIT: Manchmal braucht es keine Wunder, sondern einfach etwas Sekundenkleber ;-)


