Auf keiner unserer Reisen fehlt der Fotoapparat. Schließlich stecken in jedem Foto meist schöne Erinnerungen. Zur kompletten Fotoausrüstung gehört für mich auch ein Stativ. Sei es für Langzeitbelichtungen, HDR Aufnahmen oder für die Bilderserie zum Erstellen eines Panoramas. Es gibt viele Situationen wo ich auf ein Stativ nicht verzichten möchte.
Leider musste ich das aber bisher aus einem einzigen Grund: die Stative waren zu schwer. Zumindest die, die eine DSLR stabil tragen können ohne beim kleinsten Windstoss umzufallen. Gute Stative wiegen dann schon oft um die 2kg. Man kauft sich viele Dinge um das Rucksackgewicht auf längeren Touren zu minimieren. Da passt ein 2kg Stativ mit unhandlicher Transportgröße nicht ins Konzept. Gut eine DSLR auch nicht, aber diesen Luxus gönne ich mir.
Lange habe ich gesucht. Für die ersten Versuche entschied ich mich für einen Gorillapod. Leicht und in gewissen Situationen auch gut zu gebrauchen. Im schwedischen Fjäll oder auf Wintertour fehlten hierbei allerdings die nötige Höhe und die Befestigungsmöglichkeiten. Es ist einfach umständlich sich immer erst den passenden Platz suchen zu müssen.
Weiter ging die Suche. Fündig bin ich bei der Firma Benro geworden. Ein Carbonstativ inkl. Kugelkopf und Schnellwechselplatte. Die technischen Details haben überzeugt und das Stativ musste ich mir einfach näher anschauen.
Hier die nakten Daten im Überblick inkl. aufgeschraubtem Kugelkopf:
- 5 Segmente
- maximale Höhe: 138cm
- normale Arbeitshöhe: 122cm
- Transportlänge: 54cm inkl. Kugelkopf
- Gewicht: 1065g inkl. Kugelkopf (Nachgewogen)
- Belastbarkeit: 6kg
Also spätestens jetzt dürfte klar sein, wieso ich dieses Stativ testen wollte.
Kommen wir zur Praxis.
Stabilität:
Hier gibt es nichts zu meckern. Eine Nikon D300 inkl. Batteriegriff und schwerem 24-70mm 1:2,8G trägt das Stativ ohne Probleme. Kampfgewicht der Kameraausrüstung in diesem Fall: 2100g. Auf Tour kommt natürlich ein leichteres Objektiv zum Einsatz. Für den Test war die schwere Variante aber genau richtig.
Transportlänge:
Durch die Aufteilung in 5 Segmente lässt sich Benro Stativ auf eine handliche Transportlänge von knapp 54cm bringen und passt somit bequem außen an den Rucksack und noch einfacher in die Pulka.
Kugelkopf:
Dieser ist anhand der beiden Einstellräder fein justierbar. Ganz besonders hat uns die Panoramfunktion mit Gradanzeige gefallen. Diese ist selbst bei anderen hochwertigen Kugelköpfen nicht immer vorhanden. Anmerken möchte ich, dass sämtliche Einstellungen auch bei dauerhaften Temperaturen von unter -20 Grad ohne Probleme bedienbar sind.
Schnellwechselplatte:
Klein aber fein. Abgerundete Kanten und auf der Oberseite mit 4 Gummiflächen versehen. Sie sitzt sauber an der Kamera. Gut angeschraubt ist ein verdrehen fast unmöglich ;)
Pimp your Stativ:
Wem das Stativ noch zu schwer ist, der kann es durch eine kürze Mittelsäule weiter pimpen. Diese ist im Zubehörhandel erhältlich. Welchen Gewichtsvorteil das bringt, kann ich allerdings nicht sagen. Weiterhin gibt es für die Benro Stative Spikes. Auf glatten Flächen bzw. generell im Winter sicherlich eine sinnvolle Anschaffung.
Fazit:
Sicher nicht das günstigste Stativ, aber Qualität hat ihren Preis. Ich möchte nicht mehr darauf verzichten! Natürlich übertrieben wenn man mit einer Kompaktkamera unterwegs ist. Allen Anhänger der Spiegelreflexfotografie, die auch noch häufig ihre Ausrüstung durch die Gegend schleppen, kann ich dieses Stativ nur wärmstens empfehlen.


