Der Chilkoot Trail BC ist speziell für Schneeschuh und Backcountry Touren konzipiert, deshalb und wegen seiner Maximallänge von 155cm ist er auch bei uns im Einkaufskörbchen gelandet. Der Zweiteilige Aluminium – Teleskopstock mit Korkgriff, Systemschlaufe und universeller Stahlspitze macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Lässt sich gut einstellen und scheint auch einiges ab zu können. Er kann maximal 155cm ausgefahren werden und bringt es mit einem Packmaß von 92cm auf ein Gewicht von 560g.

Ihren ersten Einsatz hatte mein Paar bereits auf dem West Highland Way, weil ich mich kurzfristig nicht für andere Wanderstöcke entscheiden konnte. Außerdem wurde der Komperdell als besonders robust angepriesen, deshalb hab ich dem Einsatz in Schottland durchaus positiv entgegen geblickt.

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Das Packmaß von fast 1m ist nicht unbedingt komfortabel speziell wenn man mit dem Flugzeug reist, aber mit der passenden Position am Rucksack durchaus handhabbar. Die ersten Meter auf felsigen Untergrund hat er ebenfalls gut gemeistert. Nach ein paar Kilometern im Einsatz hat sich einer der Stöcke dann gerade in einer kritischen Situation zusammengeschoben, nur ein paar Zentimeter, aber ich hatte zu tun das Gleichgewicht zu halten. Das setzte sich auf der gesamten Tour fort, so dass mein Vertrauen in die Stöcke mit jedem Zusammenschieben weiter schwand. Deshalb würde ich sie auf technisch anspruchsvolle Touren z.B. in die Alpen nicht mitnehmen. Zudem haben die Stockspitzen den steinigen Weg nicht verkraftet. Von Spitze will ich auch nur noch in der Vergangenheit sprechen – die sind komplett abgerundet. Aber das hatte ich schon vorher befürchtet, schließlich sind sie hauptsächlich für den Einsatz im Schnee gemacht. Die Spitze lässt sich auch nicht abschrauben und einfach austauschen :(

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Aufgrund der Erfahrungen wollte ich die Stöcke zumindest für unsere Wintertour noch nicht abschreiben. Dass diese sich etwas locker drehen, wenn man auf Steinen unterwegs ist, heißt ja nicht unbedingt, dass das auch im Schnee passiert. Auch wenn ich daran schon Zweifel hatte. Aber sie haben ihre zweite Chance in der Vidda bekommen und auch da konnten sie nicht überzeugen. Lederteller ran und auf in den Schnee! Bei meinem Paar hatte ich es anfangs auf die Strapazen der Schottlandtour geschoben, aber auch Tomies unbenutze Stöcke wiesen die gleiche Krankheit auf. Einige Stürze gehen auf die Rechnung der Stöcke, weil sie immer kürzer geworden sind. Bei der Kälte war es teilweise mit der Hand nicht möglich die Verbindung aufzudrehen um die richtige Stocklänge wieder herzustellen, deshalb sollte man unbedingt eine Zange dabei haben… aber auch dann ist die Länge des Stockes nicht von Dauer. Die leichte Drehbewegung beim Gehen im Schnee reicht aus, damit sich der Stock bei starker Belastung zusammen schiebt. Die Tiefschneeteller der Stöcke sind allerdings perfekt für Backcountry Touren, auch wenn wir nicht wirklich tiefen Schnee hatten. Die Lederteller halten auch bombenfest, obwohl sie nur auf den Stock gesteckt werden - leider sind sie nicht kompatibel mit meinen Leki Stöcken :( Mit den Korkgriffen und den Schlaufen bin ich im Sommer super klargekommen, aber im Winter waren mir persönlich die Griffe mit Handschuh zu glatt und ich hatte Schwierigkeiten diese effektiv zu greifen. Die Schlaufen müssen am besten im Warmen ordentlich eingestellt werden und brauchen viel Belastung, damit die Einstellung unterwegs hält.

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Technische Details:

  • 2-teiliger Teleskopstock aus Alu, Alloy 7075-T6
  • max. Länge: 155 cm
  • XC-Kork Griff
  • Biathlonschlaufe
  • Ø 18/16 mm
  • Kronenspitze
  • Telemark-Lederteller
  • Packmaß: 92 cm bzw. 97 cm mit Teller

Für die nächste Wintertour im März werde ich Tomies Stöcke in Festlängenstöcke für mich umbauen, meine werden nur noch den Weg in die nächste Tonne finden. Denn die abgerundeten Spitzen geben speziell auf Eis keinen Halt. Tomie hat das Vertrauen in die Komperdell Chilkoot Trail BC komplett verloren und sich schon ein paar Festlängenstöcke von Swix als Ersatz besorgt.

FAZIT: Die Telemark – Lederteller sind Top, der Teleskopstock an sich ein Flop! Bzw. nur für Zwerge zu empfehlen ;-)

2 Responses to “Komperdell Chilkoot Trail BC”

  • Die Erfahrung, dass verstellbare Stöcke im Winter Probleme bereiten können, habe ich auch schon gemacht. Ganz gut hat aber der Klemmmechanismus bei Black Diamond Stöcken gehalten.

    Auf den letzten Wintertouren und Expeditionen hatte ich aber fixe Stöcke von Fischer mit. Die waren ganz gut – nur ist mit der normale Handgriff bei denen zu kurz (mit dicken Handschuhen). Daher werde ich auch zu Stöcken von Swix wechseln – und zwar zu dem Modell, welches von den meisten Polar-Expeditionen genutzt wird: der Mountain Extreme (gab es früher sogar mal als “Expedition” in “Superstabilausführung”). Der hat auch so wunderbar lange Korkgriffe …

    Welchen Swix Stock hat Thomas nun?

  • CATHOHI:

    Der Thomas hat die Swix Mountain ohne Extreme. Die waren gerade im Angbot :)

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