22.08.09 Die Anreise

Mit dem Auto ging es von Regensburg nach Sassnitz zur Fähre. Die Fahrt über die neue Ostseeautobahn sowie die neue Rügenbrücke stellte sich als sehr angenehm heraus. Nach nicht einmal 8 Stunden und einem Hörbuch später standen wir am Fährterminal. Hier mussten wir allerdings noch 3 Stunden auf die Fähre warten. Besser warten als verpassen dachten wir uns und versuchten noch etwas Schlaf zu bekommen.

Gegen 2.30 Uhr wurde der Schlaf in unserer Unterdeckkabine fortgesetzt. Die Überfahrt dauert zwar nur 4 Stunden, aber ein richtiges Bett ist nicht zu verachten. Der Aufpreis hierfür lag bei 30€ pro Fahrt für 2 Personen.

Weiter ging die Reise von Trelleborg nach Bromölla. Ein guter Freund + Familie wartete bereits hier auf uns. Damit war die Reisegruppe komplett. Ein lecker Abschlussgrillen und die letzte Nacht in einem richtigen Bett.

Am nächsten morgen war es dann soweit. Noch schnell gefrühstückt und von allen verabschiedet. Es lagen 1860km vor uns. Nikkaluokta unser Ziel. Gegen 9.00 Uhr hatten wir die ersten Kilometer hinter uns. An der Hauptstadt vorbei führte der Weg immer weiter Richtung Norden. Viele Orte waren uns schon aus früheren Reisen nach Schweden bekannt. Die ganze Strecke bis Kiruna kannten wir schon. Beim Abzweig Richtung Nikka betraten wir Neuland.


23.08.09 Weiterreise Nikka – Abisko – Abiskojaure

Gegen 7.00 Uhr rollten wir auf dem Parkplatz in Nikkaluokta ein. In der Nacht zuvor hatten wir kurz vor Kiruna noch schnell eine Stunde geschlafen. Keiner konnte bzw. wollte mehr fahren. Es war Nebel und Elche sowie Rentiere mussten wir nicht unbedingt im Auto haben. Zudem ist Tanken nachts mit Kreditkarte ohne Pincode dort oben nahezu unmöglich.

Der Bus nach Abisko sollte um 14.40 Uhr gehen. Wir hatten also noch ausgiebig Zeit zum Duschen, Frühstücken und Schlafen. Der Bus fuhr auch pünktlich nachdem wir die Fahrt wegen Unwissenheit um 12.15 Uhr verpasst hatten. Mit einmal umsteigen in Kiruna kamen wir pünktlich 16.00 Uhr an der Abisko Touriststation an.

Es regnete leicht und es sah auch nicht nach Besserung aus. Eigentlich sollte hier Endstation für diesen Tag sein. Wir fühlten uns aber FIT und so begann die Wanderung schon einen Tag früher. Nach dem obligatorischen Foto am Start waren die ersten Kilometer schnell vorbei. Landschaftlich hat dieser Teil nicht viel zu bieten. Birkenwald über Birkenwald. Die nächsten Tage entschädigen dafür umso mehr.

Es kam wie es kommen musste. Der wenige Schlaf und die lange Anreise forderten ihren Tribut. Mit der Zeit wurden die Knochen müder und der Rucksack schwerer. Es hatte zwar zwischenzeitlich aufgehört mit regnen aber an Büschen und Sträuchern entlang des Weges wurden unsere Hosen immer nasser und nasser. Die Gamaschen haben wir gut verstaut im Rucksack rumgetragen, statt sie anzuziehen – Faulheit muss eben bestraft werden.

Ca. 4 Stunden später erreichten wir unser Tagesziel – Abiskojauche.

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Das Zelt stand sehr schnell. Die nassen Klamotten wurden umgehend in den Trockenraum verbannt. Im Servicehaus noch schnell gemütlich im Trockenen bei Kerzenschein die erste Tütenmahlzeit zubereitet und dann nichts wie in den Schlafsack.


24.08.09 Abiskojaure – Richtung Alesjaure

Alle konnten gut und lange schlafen. Am morgen war noch immer alles bewölkt, doch es regnete nicht mehr. Alle Sachen wurden wieder ordnungsgemäß verpackt und in Ruhe gefrühstückt. Der in der Nähe gelegene Geocache musste natürlich auch noch schnell gesucht und geborgen werden. Diesmal wurden die Gamaschen ausgeführt, wir sind ja schließlich lernfähig.

Noch ein paar Kilometer durch den Birkenwald…

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… und dann einige Höhenmeter nach oben. Schon war die Sicht frei.

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Wir genossen die Landschaft und ließen uns viel Zeit auf den nächsten Kilometern. Eine ausgiebige Mittagspause durfte auch nicht fehlen – natürlich haben wir die einzige Regenphase des Tages dafür auserkoren. Kartoffelpüree mit Trockenfleisch wurde im Verlauf der Reise mein persönlicher Favorit. Kurz vor der „Fährstation“ zur Alesjaure schlugen wir unseren Zeltplatz für die Nacht auf. Der Platz gefiel. Leider auch einigen Campern vor uns, dass zeigte der Müll hinter dem nahe gelegenem Felsen. (Ich versteh das nicht. An der nächsten Stuga hätten man diesen ohne Probleme entsorgen können.)

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Wir machten es uns trotzdem gemütlich. Kurze Körperpflege im Fluss und anschließend Abendessen. Das Tagebuch wurde noch in romantischer Stille der Umgebung mit dem ein oder anderen Satz gefüllt. Mit einsetzen der Dunkelheit waren die Augen schon geschlossen.


25.08.09 Alesjaure + ein paar Kilometer

Augen auf. Man ist das hell hier. SONNE! Gegen kurz vor 7 habe ich es nicht mehr im Zelt ausgehalten.

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Samt Isomatte wurde das Lokal fluchtartig verlassen. Auf dem großen Felsen nebenan bequem gemacht. Mit Primaloftjacke und Isomatte im Rücken haben einem die morgendlichen Temperaturen nichts ausgemacht. Keine Wolke am Himmel. Endlich!

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Die Sonne im Gesicht. Bis auf einen kleinen Wasserfall in der Nähe absolut keine Geräusche. Traumhaft! Bis zum Zeitpunkt als es wärmer wurde. Schlagartig wachten alle Beißfliegen im gefühlten Umkreis von 10km auf ^^ Gut das wir das Frühstück schon beendet hatten. Die Viecher hatten einen Vorteil. Der Zeltabbau ging schneller und man ist im Anschluss auch deutlich schneller gelaufen. Die 7km bis zur Alesjaure vergingen also wie im Flug.

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Wir hatten die ganze Station fast für uns alleine. Der örtliche Shop wurde um 3 Dosen Bier erleichtert (der Abend war gerettet) und eine ausgiebige Mittagspause wurde zelebriert. So hatten wir auch die Möglichkeit eine Gasanlieferung per Helikopter zu beobachten.

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An diesem Tag hatten wir es fast geschafft. Wir beschlossen nur noch ein paar Kilometer weiter Richtung Tjäktja zu gehen und einen schönen Zeltplatz zu suchen. Der wurde auch gefunden. Unser eigener Blaubeerhügel :)

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Die 3 gekauften Bier wurden ordnungsgemäß nachgekühlt und dann zu einem lecker Real Turmat konsumiert.


26.08.09 Blaubeerhügel – Tjäktjapass

Der Wettergott hat uns lieb. Auch heute wieder kein Wölkchen am Himmel.

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Wir beschlossen noch am Vorabend den Tag zeitiger zu beginnen.

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Schließlich sollte es heute die Bergetappe schlechthin werden. Wie sich später herausstellte war das unbegründet. Da man ständig leicht bergauf geht hat sich die Belastung durch die Höhenmeter stark in Grenzen gehalten.

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Deshalb wurden noch ein paar Höhenmeter extra eingelegt. Schließlich gibt es hier auch einen Geocache und die Sicht kann man sich nicht entgehen lassen.


 

Wieder zur Mittagszeit erreichten wir die Tjäktjastuga.

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Hier zahlten wir auch artig die Servicegebühr und nutzen die Küche im Innenraum.

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Als DNT Mitglied zahlten wir 60SEK für die Nutzung. Ich finde ein fairer Preis. Auch wurde dieser nur einmal berechnet und nicht pro Person. Wir nutzen also fast täglich die Stugas zur Mittagspause. Man hatte Zeit zum erholen und den Vorteil der nahe liegenden Toiletten. 2 Stunden später setzen wir die Reise Richtung Pass fort.

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Ziel war die Schutzhütte.

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Zu diesem Zeitpunkt waren recht wenig Wanderer auf dem Kungsleden unterwegs und wir hatten das Glück die Hütte leer vorzufinden. Weil auch hier wieder einiges an Müll rumlag wurde ein kleines Feuer gemacht und verbrennbares zum Heizen benutzt.

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Der Rest wurde in der Müllhütte entsorgt und nach einer kleinen Besenreinigung die Hütte für die Nacht ready gemacht. Vorher hatte ich allerdings noch einen Termin. Der Berg im Osten musste nach einem Tipp aus dem Outdoorforum noch bestiegen werden. Und ja es hat sich gelohnt. Die Aussicht ins Tal ist genial. Hier verbrachte ich einige Minuten. Machte ein paar Fotos und genoss die Aussicht.

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27.08.09 Tjäktjapass – Kuoperjakka

Kurz vor 7 wurden wir aus dem Schlaf gerissen. Da war aber einer zeitig aufgestanden. Ein Wanderer der am Abend bei der Tjäktjastuga hängen geblieben ist, weckte uns an diesem morgen echt zeitig. Das war aber kein Problem, schließlich sind wir ja nicht zum schlafen hier. Der heutige Weg führte uns bei schönstem Wetter bergab Richtung Sälka.

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Natürlich wurde auch in dieser Stuga wieder eine standesgemäße Pause gemacht.

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Diesmal wurde allerdings kein Bier sondern Cola und Fanta gekauft. Glaube so gut hat mir dieses Zuckergetränk noch nie geschmeckt :) Weil es so schön war, habe ich mir gleich noch eine Dose für den Abend gezogen. Das Tagesziel Kuoperjakka wurde am frühen Abend erreicht. Bild 954 Hier stellten wir aber heute vorschriftsmäßig unser Zelt in der Nähe der Hütte auf.

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Das Wetter wurde langsam windig und es zogen fette Wolken auf. Jeder von uns dachte es, aber keiner sprach es aus. Wir nutzen das noch warme Wetter und den Wind dazu die Wäsche etwas zu waschen und im Anschluss professionell zu trocknen.

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28.08.09 Kuoperjakka – Kebnekaise Topstuga

Die Befürchtung des Vorabends wurde war. Wind und dunkle, fette Wolken bedeckten den Himmel. Ausrechnet heute. Wir verlassen den Kungsleden und laufen querfeldein zum Eingang des Sinnivaggi.

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In der Karte als unmarkierter Weg gekennzeichnet. Ich würde sagen. Nett ausgedrückt. Weil Weg kann man das nicht nennen. Es geht Großteils über Stein / Blockfelder stetig bergan. Gut damit hatte ich aber auch gerechnet. Zum Glück regnete es zu diesem Zeitpunkt nicht. Die Sicht war gut, nur der Wind nervte mit der Zeit ein wenig. Wir kamen trotz schwerem Gelände gut voran. Nach etwa 6km bog unser „Weg“ Richtung Kebnekaise ab. An dieser Stelle wäre im übrigen auch noch ein prima Platz zum Zelten. Einer der wenigen Möglichkeiten.

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Hier musste das erstmal während der Wanderung ein Fluss überquert werden. Immer schön ein Schritt vor den anderen kamen aber alle mit trockenem Fuß auf der anderen Seite an. Weiter ging die Reise von Stein zu Stein.

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An dieser Stelle möchte ich betonen, dass diese Unternehmung ohne verlässliche Wanderstöcke dumm ausgehen kann. Nach ca. 10km erreichten wir das Kaffedalen. Der Anstieg zehrte an unseren Kräften und es wurde Zeit für eine Pause. Hier fanden wir auch zwischen den ganzen Steinen einen super Zeltplatz. Kurzerhand stand das Zelt innerhalb weniger Minuten und Höhenlager 2 war errichtet.

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Von hier aus hat man eine spitzen Aussicht zum Sinnijavrrit der ca. 400Hm unter uns lag.

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Im Zelt fanden wir genug Windschutz um in Ruhe Tee zu kochen und um eine Kleinigkeit zu essen. Der Zeltplatz und das Feeling zu diesem Zeitpunkt hatte für uns echten Expeditionscharakter. Es hat Spaß gemacht. Wir fühlten uns gut. 2 Stunden später wurde alles wieder verpackt und der Aufstieg fortgesetzt. Ein weiterer Fluss wollte gequert werden und kurze Zeit später standen wir auf der Hauptroute zum Kebnekaise.

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Es wurde langsam Abend. Wir mussten uns also beeilen und hatten auch noch einige Höhenmeter vor uns. Das Wetter wurde schlechter und auf halber Höhe hatten wir kaum noch Sicht. Na Super. Dank GPS wurde die Topstuga aber noch gefunden. Schnell rein dachten wir uns. Als wir den Zustand gesehen haben änderte sich die Meinung aber Schlagartig. Der reinste Müllberg. Wie oben schon beschrieben kann ich das nicht verstehen. Die Tagestouristen von der Fjällstation haben doch echt nicht viel Gepäck dabei. Es muss doch möglich sein das sie ihren Müll wieder mit nach unten nehmen, wenn sie ihn schon den ganzen Berg raufgeschleppt haben. Argh…. Wir entschlossen uns deshalb die andere Stuga aufzusuchen. Mit Nebel tasteten wir uns von Markierung zu Markierung und wurden in Kürze fündig. Auch hier war Müll aber bei weitem nicht so schlimm. Die Stuga ist kleiner aber für uns 3 Hansel ausreichend groß und man könnte sagen fast gemütlich.

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Wir hatten nur ein Problem. Kein Trinkwasser. Noch ca. 1 Liter für 3 Personen. Das warme Abendbrot musste heute ausfallen. Egal wir waren eh viel zu kaputt zum Essen. Wir schliefen mit der Hoffnung auf besseres Wetter für den nächsten Tag ein.



29.08.09 Der Abstieg

Der Wettergott hat uns verlassen. Die Hütteninnentemperatur lag bei 5 Grad. Draußen eine Sicht von ca. 10 Meter oder weniger.

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Wind konnte man es nicht mehr nennen. Es war schon ein richtiger Sturm daraus geworden. Hinzu kam noch Regen. Zumindest war dadurch unser Wasserproblem gelöst. Ich brachte unseren Topf nach draußen und beschwerte ihn mit Steinen. Der Titantopf fliegt sonst noch wech :)

Was machen. Bis uns einfiel das es hier eigentlich mit dem Handyempfang wieder klappen müsste. Diesen hatten wir auch. Schnell wurden die lieben zu hause angerufen und nach dem aktuellen Wetterbericht gefragt. www.yr.no kann ich hier nur empfehlen. Die Überlegung noch einen Tag + Nacht auszuharren für den „Gipfelsturm“ wurde schnell verworfen. Der Wind sollte noch stärker werden und am nächsten Tag wurde sogar Schneefall vorausgesagt.

Die Besteigung bei diesen Bedingungen empfanden wir zu riskant. Also mussten wir kurz vor dem Ziel umkehren. Keine schöne Situation. Wir packten uns warm ein. Verstauten alles im Rucksack und begannen über die glitschigen Steine den frustrierenden Abstieg. Der kleine Pfad wurde Stellenweise durch das Regenwasser zum Fluss und gab wenig halt. Der ein oder andere Sturz mit Rolle kam so zustande. Zum Glück ist nix passiert.

400Hm runter und gleich nochmal nach oben. Das motiviert echt. Sch… Wetter dachte ich mir ebenfalls als wir die vielen Steinmänchen am nächsten Berggipfel angetroffen haben. Davon gehört hatte ich schon durch andere Reiseberichte. Aber das muss man selbst erlebt haben. Im Nebel sieht das wirklich schaurig schön aus. Leider konnte ich von der gesamten Strecke keine Fotos machen. Es stürmte und regnete aus allen Richtungen.

Zu diesem Zeitpunkt dachte ich, dass wir das schlimmste überstanden hätten. Dem war nicht so. Beim folgenden Abstieg rutschte mein Kumpel aus und verknackste sich den Knöchel. Das Weiterkommen ging nun entsprechend langsam voran. Unter Schmerzen Schritt für Schritt näher zur Fjällstation. Vorher stand allerdings noch eine kleine Flussquerung an. Bei schönem Wetter sicherlich klein. Der Regen machte daraus aber einen richtigen Fluss der sehr breit wurde und Knietief war. Hier hatten wir Glück im Unglück.

Eine Gruppe mit 2 Bergführern entdeckte uns. Einer dieser kam auf uns zu und erklärte, dass eine Querung hier nicht möglich ist. Die Markierung vom Weg war einfach bescheuert. (So in etwa hatte er es ausgedrückt). Die Gruppe kam von der Fjällstation und wollte eigentlich auf den Gipfel. Die Bergführer entschieden sich aber aufgrund der Wettersituation das Vorhaben abzubrechen. Weiter flussaufwärts hatten diese aber einen schönen Übergang gefunden. Wir hatten also das Glück nicht selber suchen zu müssen. Der Fluss war hier nicht so breit und alle Teilnehmer konnten sich gegenseitig absichern. Das Wasser ging trotzdem bis zum Knie und alle Schuhe waren danach abgesoffen. Zu diesem Zeitpunkt war mir das aber total egal. 5 mal noch das ganze Spiel und wir hatten das andere Ufer erreicht. Die Strömung war so stark das man wohl ohne fremde Hilfe nicht wieder aus dem Wasser rausgekommen wäre. Den Rucksack vor einer Flussquerung zu öffnen ist also nicht umsonst eine gute Idee. Auch hier sind Wanderstöcke eine sehr nützliche Sache.

Die letzten Kilometer quälten wir uns dann noch bis zur Kebnekaise Fjällstation und waren glücklich als wir diese erreichten. Zum Glück hatten wir ein Zimmer reserviert. Die Station war restlos ausgebucht. Keiner wollte bei dem Wetter ins Zelt. Wir beim besten Willen auch nicht. Keiner hatte mehr wirklich trockene Klamotten bis auf einen Satz Unterwäsche. Egal, wir hatten es geschafft. Genossen das lecker Abendmenü und verkrochen uns nach einer ausgiebigen Dusche ins Bett.


30.08.09 Heliflug

Auch am morgen danach merkten wir noch den Abstieg in unseren Knochen. Ich hatte an Stellen Muskelkater, wo ich nicht mal Muskeln vermutet hätte :)

Nach einem lecker Frühstück mit Köstlichkeiten wie Ei & Käse starteten wir per Heli zurück nach Nikkaluokta.

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Dieser Flug war schon vor der Reise geplant und wurde nun durch den verknacksten Knöchel auch nötig. Es war ein interessantes Erlebnis. Durch den Wind etwas unruhig aber trotzdem schön.

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Der Flug dauerte nur ungefähr 10 Minuten. Die lange Heimreise begann :(

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