Nachdem wir auf unserer Trekkingtour in Schweden im Vergleich zu Schottland gewichtsmäßig ordentlich abgespeckt haben – natürlich nur bezogen aufs Gewicht der Ausrüstung, ist hier ein Beitrag zu meinem Golite Pinnacle (Women Medium) fällig.
Da ich mit meinem Deuter Aircontact PRO 65+15 SL wie bereits geschrieben sehr zufrieden bin, hatte ich eigentlich nicht vor einen neuen Rucksack zu kaufen. Der Blick auf unsere Packlisten zeigte aber, dass genau an dieser Stelle ordentlich Gewicht gespart werden kann – 845 g gegen 3050 g sind ein schlagendes Argument. Deshalb hab ich wenige Wochen vor der Abreise doch noch zugeschlagen…
Glücklicherweise ist das Prachtstück noch rechtzeitig eingetroffen. Probetragen selbstverständlich. Da der Rucksack kein Tragesystem hat, ist alles recht schnell eingestellt. Schulter- und Hüftgurt etwas enger schnallen und dann noch ein wenig an den Entlastungsriemen rumspielen – passt.
Dann kann ja alles für die Tour vorbereitet werden. Schnell ist die bereit gelegte Ausrüstung verstaut. Kleinigkeiten werden nochmal umgepackt, aber alles ist drin und ich bin zufrieden. Beim erneuten aufsetzen freu ich mich. Kaum zu glauben wie leicht mein Rucksack im Vergleich zu Schottland ist. Phantastisch!
Mit einem Stauvolumen von 21 – 61 l ist der Pinnacle vollkommen ausreichend für ein bis zwei Wochen auf Tour mit Vollverpflegung. Ohne Probleme hat meine Ausrüstung Platz gefunden. Da der Pinnacle nur einen Zugriff ins Hauptfach von oben ermöglicht, sollte man jedoch sorgfältig packen – nicht das beim nächsten Regenschauer die Regenhose oder die Gamaschen von ganz unten rausgewühlt werden müssen.
Appropo Regen: das Material verspricht wasserresistenz. Bei langen Regengüssen hat sich gezeigt, dass das Wasser sich trotzdem seinen Weg ins Innere des Rucksacks sucht. Deshalb empfiehlt es sich eine Regenhülle für den Fall der Fälle dabei zu haben, oder alle Sachen bereits wasserfest verpackt in dem Rucksack zu verstauen. Und Achtung bei den für das Trinksystem vorgesehenen Öffnungen – dort läuft auch gern mal Regenwasser rein.
Zusätzlichen Stauraum bieten die kleine Fronttasche und die Taschen am Hüftgurt. Dort sind wichtige, aber nicht zu große Sachen immer griffbereit. Wem der Platz in den Fächern doch zu knapp wird, findet in den großen Netzseitentaschen und durch die Kompressionsriemen seitlich und oben auch außen am Rucksack genügend Staumöglichkeiten.
Aber nicht übertreiben mit dem Zuladen! Mehr als 15 kg sollte man dem Pinnacle (und sich selbst) nicht zumuten – schließlich ist er “ultraleicht” konzipiert. Laut Golite liegt die Zuladungsgrenze bei maximal 18 kg.
Für kürzere Touren oder Tagesausflüge lässt sich der Pinnacle auch verkleinern. Mit Hilfe der Schlaufen am Boden und den Kompressionsriemen an den Seiten ist das im Handumdrehen erledigt!
Wer braucht ein Tragesystem? Dank des gepolstertem Rückenteils und den ebenfalls gepolsterten und verstellbaren Schulter- und Hüftgurten trägt sich der Pinnacle äußerst bequem. Durch gutes Packen kann man den Tragekomfort noch verbessern. Kleine Empfehlung von mir: die Isomatte direkt am Rückenteil macht sich super!
Da die Hüftflossen nicht so steif sind, muss das meiste Gewicht auf den Schultern getragen werden, dafür reibt und kneift nix auf der Hüfte – wichtiges Argument.
Hier alle technischen Details im Überblick:
- Rücken gepolstert mit herausnehmbarer Schaumstoffplatte, die auch als Sitz-Isolierung dienen kann
- gepolsterte Schultergurte mit Entlüftungstechnik
- Brustgurt (verstellbar)
- leicht gepolsterter Hüftgurt mit zwei Reißverschlusstaschen
- große Fronttasche mit wassergeschütztem Reißverschluss
- 2 Halter (z.B. für Stöcke)
- je zwei Seitenkompressionsriemen mit Schnell-Entspannung
- 2 Netz-Seitentaschen
- Trinksystem-Vorbereitung, Trinkblase bis 3 l Volumen
- Top-Verschluss (oben) mit Zugschnur-System und Top-Kompressionsriemen
- Trageschlaufe zwischen den Schulterriemen.
- Volumen: 21 bis 61 l ( Größe Medium) – variable durch Kompressionsriemen und Schlaufen am Boden
- Zuladung: bis max. 18 kg
- Gewicht: ca. 845 g
- Material: Dyneema®-Ripstop Nylon (Verstärkung an den Belastungsstellen)
- verfügbare Farben: grease/night, cornflower/sapphire, thyme/coriander
Nach einer Woche im Fjäll ist der Pinnacle für mich unverzichtbar geworden. Bezüglich dem Tragen bin ich vollkommen zufrieden, am liebsten würde ich ihn garnicht wieder absetzen. Das Beladen bedarf ein wenig Köpfchen, damit man nicht immer alles ausräumen muss, wenn man was aus dem Hauptfach braucht.
Hier meine erprobte Packreihenfolge: Isomatte gut gefaltet am Rücken. Schlafsack, Zelt, Futter, Ersatz- und Schlafwäsche könne nach unten. Die Schuhe zum Furten, warme Sachen für die Pausen, die Regenhose und Gamaschen empfehlen sich oben, wenn man sie nicht eh an hat. Karten, Reisetagebuch, Snackbeutel usw. sind in der Fronttasche gut aufgehoben. Ersatzakkus und Speicher für die Kamera, Taschentücher, Kaugummi und ein, zwei Müsliriegel griffbereit in den Hüfttaschen. Mit den Kompressionsriemen lassen sich z.B. die Zeltstangen und anderes unhandliches Equipment außen befestigen. Die Trinkflasche passt gut in die Netztasche an der Seite.
Damit sollte aber jeder seine eigenen Erfahrungen machen und eventuell vor der Reise die richtige Reihenfolge und den optimalen Platz für alles ausprobieren.
Man muss sich damit abfinden das Hauptfach jeden Tag neu zu packen. Da am Abend immer alles rausgeräumt werden muss. Aber mit etwas Übung ist die Ausrüstung auch schnell wieder verpackt. Mir hat es Spass gemacht. Nicht zuletzt, weil man jeden Tag das Hauptfach etwas mehr zusammenrollen kann ;-)
Leider hat das Material am Boden etwas gelitten. Der steinige Untergrund hat an einigen Stellen etwas abgewetzt, aber hauptsächlich die Optik hat etwas an Schönheit eingebüst. Um diesen Effekt zu vermeiden und um besser gegen starken Dauerregen gewappnet zu sein, werde ich auf jedenfall ein zusätzliches Raincover auf der nächsten Tour dabeihaben.
FAZIT: Genügend Stauraum, bequemes Tragen, flexibel einsetzbar und dazu sehr leicht. Ein unverzichtbarer Allrounder. Mein neues Lieblingsstück!



So ich habe mir das Prachtstück “GoLite Pinnacle Women” für unsere kleine Tour auch gegönnt. Ich habe mich jedoch für die Farbe “cornflower/sapphire” entschieden. Das Modell 2010 zeichnet sich wohl nur durch kleinere Änderungen aus, es wiegt in der Größe Medium 32 g mehr (also insgesamt 877g) und hat dafür ein 2 l größeres Volumen. Ein weiterer Unterschied: Die Verwenderin des Modells 2010 bekommt einen extra Bio-Karmapunkt, da das Material des Rucksacks aus recyceltem Nylon besteht, was nach Angaben des Herstellers im Vergleich zum Vorgängermodell 70 % der einzusetzenden Energiemenge und der damit verbundenen CO²-Emissionen spart. Ferner ist das Rückenpolster über einen Klettverschluss innerhalb des Rucksacks zu entnehmen. Welche Vorteile dies haben soll, ist mir derzeit noch unerklärlich vielleicht zur Verwendung als Mini-Isomatte, falls man während der Tour Schlafgäste aus dem Zwergenland beherrbergen muss, die ihren eigenen Schlafsack dabei haben und deshalb nicht in den ganzen Rucksack klettern wollen. Oder ganz simpel, wenn das Ding in die Waschmaschine muss, dann ist es ohne Rückenpolster nicht so sperrig.
Mehr Unterschiede sind mir auf den ersten Blick nicht aufgefallen, aber ein Live-Vergleich auf unserer nächsten gemeinsamen Tour könnte weitere Aufschlüsse bieten (vorausgesetzt Caro hat noch die Zeit für einen Vergleich und macht sich nicht wie der kleine Muck mit seinen Rennpantoffeln durch das Fjäll und ich kann nur einen winzig kleinen wackelnden grünlichen Punkt am Horizont erkennen.)
Liebe Grüße
Anna