Schon lange wollten wir eine solche Tour unternehmen. Am letzten Wochenende stand noch keine andere Verplichtung auf dem Terminplan. Also ran an den Speck :) Die neue Ausrüstung (Kletterhelm, Klettersteigset) musste schließlich auch mal an die frische Luft. Dank guter Beratung im Forum war auch schnell die passende Tour für uns Anfänger gefunden.
Freitag 03.07. – 13.00 – Aufbruch
Mit etwas Glück konnten wir ein paar Stunden eher unseren Arbeitsplatz verlassen. Das verschaffte uns die nötige Zeit für den Aufstieg noch am gleichen Abend. Aber erst mussten wir die Strecke Regensburg – Mittenwald hinter uns bringen. Kurz vor München dann allerdings ein Mega Gewitter nach dem anderen. Es stand soviel Wasser auf der Strasse das man nur dahin schleichen konnte. Das geht ja gut los dachten wir uns. Von diesem Zeitpunkt an wurden aber unsere Gebete vom Wettergott erhört. Pünktlich 16.00 Uhr ohne weitere Staus um München herum sind wir in Mittenwald angekommen. Noch schnell die Klamotten von Business auf Outdoor gewechselt und los ging die Reise.
Die ersten Meter waren Hölle. Der Anstieg Richtung Dammkarhütte ging Steil los. Wir haben den „einfachen“ Weg über das Bankerl gewählt. Schließlich wollten wir noch heute ankommen. Die ca. 680Hm waren trotz einiger Pausen dann doch recht „zügig“ nach 2,5 Stunden überstanden und wir konnten das erste Etappenziel mit einem Radler feiern.
Den letzten Stunden des Abends verbrachten wir mit den 4 anderen Gästen bei einer Suppe und weiteren „Getränken“ sowie netten Gesprächen. Ein Foto von dem was uns morgen noch so erwartet konnte ich mir trotzdem nicht verkneifen:
Die Zeit bis zum Zapfenstreich (der war pünktlich 22.00Uhr) verging so recht schnell. Wir verkrochen uns ins Matratzenlager und machten schnell die Augen zu. Bei möglichen Schnarcherattacken hilft nur eins. Wer zu erst schläft hat gewonnen ^^ Als kleiner Tip soll noch angemerkt sein. Die Dammkarhütte verfügt über keinen Strom. Wer also in der Nacht das stille Örtchen aufsuchen muss, sollte sich eine kleine Kopflampe oder Taschenlampe einpacken.
Samstag 04.07 – 07:00 – Tag der vielen Höhenmeter
Wir wurden sanft von den Glocken der Kühe geweckt. Kühe?????? dachte ich mir. Wie zum Geier kommen Kühe hier hoch. Ein Blick aus dem Fenster zeigte mir, dass es eine kleine Gruppe Schaffe war. Da wir aber eh um diese Zeit aufstehen wollten war mir das ganze recht. Schnell angezogen. Kurze Wäsche am morgen und eine kleines Frühstück (Marmelade, Brot & Kaffee) auf geht die Reise. Vorher noch kurz die Aussicht genießen:
Es ging natürlich gleich weiter Steil bergan.
Vorbei an der Bergwachthütte und immer weiter das Dammkar hinauf. Einige Höhenmeter (ca. 200) direkt durch das Altschneefeld. Hier habe ich viele Pausen benötigt.
Um so schöner dann das Foto vom geschafften Anstieg.
Nach knapp 2 Stunden hatten wir dann trotzdem den Tunnel zur Bergstation erreicht. Die Bank davor nutzen wir aber für eine kleine Brotzeit und genossen die schöne Aussicht und natürlich auch für eine paar Fotos.
Wann hat man auch schon mal die Möglichkeit mitten auf der Grenze (Bayern – Österreich) zu stehen :)
Auch der Tunnel selber hat ca. in der Mitte einen schönen Aussichtspunkt (Balkon) direkt auf Mittenwald.
Angekommen bei der Bergstation fragten wir uns was wir jetzt machen wollen. Erst essen oder erst auf den Berg. Wir entschlossen uns zum Glück erst die „Westliche Karwendelspitze“ zu besteigen. Kurz vor dem Gipfel mussten wir 2 Minuten warten, da noch eine andere Gruppe etwas Zeit für ihre Fotos gebraucht hat.
Also machten wir eben auch welche. Wir hatten ja Zeit.
Dafür hatten wir den Gipfel dann auch fast für uns alleine.
Beste Aussicht und schönes warmes Wetter. Für mich ein Hochgefühl. Es gab Kraft für das was da noch so kommen soll. Aber erstmal wieder Retour zur Bergstation. Ein Gulaschsuppe und ein Stück Kuchen war die Stärkung für die nächsten Kilometer.
Der aktuelle Wetterbericht sagte wieder schwere Gewitter voraus. Da wir keine Erfahrung hatten entschlossen wir uns den Mittenwalder Höhenweg heute nicht zu machen und begannen den Abstieg zu unserem Tagesziel der Brunnsteinhütte über den Heinrich-Noe-Steig.
Dieser war recht schön zu gehen. Gut manche Stellen hätten vielleicht die ein oder andere Sicherung gebraucht (bei einigen war zwar die Verankerung zu sehen, aber das Seil hat gefehlt) andere wieder nicht. Am meisten zu schaffen gemacht hat uns der schnelle Abstieg. Man hat die Knie singen hören. Bis zur Brunnsteinhütte brauchten wir ca. 3,5 Stunden inkl. Pausen. Auch hier gab es zur Erfrischung erstmal wieder ein kühles Radler. Die Hütte ist echt zu empfehlen. Lecker Essen guter Service überhaupt eine sehr schöne Umgebung. Kurz nach dem wir angekommen waren fing es dann auch schon an zu regnen. Wir hatten also wieder alles prima abgepasst.
Sonntag 05.07. – Der Abstieg
Die letzte Nacht war etwas kuscheliger in unserem 16 Mann Schlaflager. Aber nach einer solchen Tour schlafe ich überall gut. Auch am Frühstück gab es nichts auszusetzen. Wir haben uns Zeit gelassen. Schließlich hatten wir ja nur noch die paar Meter zurück zum Auto. Der Abstieg ging schnell und so waren wir gegen 12.00 Uhr zurück am Auto. Zwar geschafft aber trotzdem glücklich nach der schönen Tour. Nun schnell noch zurück nach Hause. Schließlich wartet da eine Badewanne.
Fazit:
Wir kommen wieder. Der Höhenweg wird 100% noch in Angriff genommen. Unsere Ausrüstung hatten wir zwar an diesem Wochenende umsonst mitgenommen aber besser man hat als man hätte. Es tut uns leid aber ihr habt nur 2 Touries mehr in den Bergen. Wir werden auf alle Fälle noch den ein oder anderen Kurs beim DAV besuchen und durch weitere Touren unser Wissen vertiefen. Wir halten euch auf dem laufenden.


