Noch einmal Schlafen, dann geht es auf in den hohen Norden. Heute werden noch die letzten Sachen gepackt, Last Minute Pimp Projekte realisiert und ein paar wichtige Dinge geregelt. Schließlich muss sich in den nächsten Wochen auch jemand um unseren Briefkasten kümmern…
Just in Time sind heute noch Tomies neue Schuhe angekommen. Mehr Infos dazu gibts aber erst nach der Tour.
Die Reise beginnt für uns morgen Abend mit dem LH Flug München – Stockholm bzw. mit dem Transfer zum Flughafen. Schaun wir mal wie es sich so fliegt mit Pulka und Skigepäck. Natürlich konnten wir trotz vorgeschicktem Paket die 20kg Marke nicht halten. Auch das Handgepäck werden wir ordentlich ausreizen. Wir wollen schließlich nicht frieren und deshalb muss im Winter eben so einiges mit. Neben gefühlten 20 Paar Handschuhen ist die Downmat eher Luxus. Man gönnt sich ja sonst nix. Schließlich geht es in den Urlaub ;-)
Von Stockholm aus fliegen wir erst am Donnerstag Vormittag weiter nach Gällivare. Offizieller Tourstart wird dann am Samstag in Ritsem sein. Die Zeit dazwischen werden wir sicher sinnvoll rumbringen, z.B. mit dem Einkauf von Brennstoff und wichtigen Dingen, die wir eventuell vergessen haben. Außerdem müssen wir die komplette Küche aus unserem Paket noch in die Pulka packen.
Die Stöcke von mir sollten jetzt auch nicht mehr zusammenrutschen. Auch wenn ich von der Sekundenkleberlösung noch nicht 100% überzeugt bin, aber notfalls muss eben wieder alle 100m die Verbindung nachgezogen werden. Dann fliegen die Stöcke allerdings im Anschluss nicht wieder mit nach Hause sondern in die nächste Mülltonne. Sozusagen die letzte Chance sich zu bewähren oder für immer aus dem Verkehr gezogen zu werden o.o
Wir sind dann mal weg…
Tomie & Caro :D
Die nächste Reise steht auf dem Plan. Am 10. März geht es mit dem Flugzeug über Stockholm nach Gällivare. Sollten uns die Lufthansapiloten hier keinen Strich durch die Rechnung machen. Für einen Teil unserer Ausrüstung ging die Reise bereits am Samstag los.
Per Paket wurden die verschiedensten Ausrüstungsgegenstände (Schneesäge, Messer, Schaufel, Thermosflaschen, Kocher …..) voraus geschickt. Inkl. Essen usw. brachte das gute Stück ca. 26kg auf die Waage.
Viele werden sich wahrscheinlich die berechtigte Frage stellen: Wieso schickt ihr einen Teil eurer Ausrüstung per Paket und nehmt nicht alles schön verpackt in der Pulka mit? Erstens weil wir mit dem Flugzeug anreisen und Sorge um unseren Kocher hatten – könnte ja aus Sicherheitsgründen bei irgendeiner Kontrolle aussortiert werden. Außerdem ist Übergepäck nicht gerade günstig und so haben wir neben dem Kocher eben auch noch das Essen und andere schwere Gegenstände dazugepackt, um so leicht wie möglich zu reisen. Macht somit hoffentlich die Logistik zum und auf dem Flughafen ein wenig entspannter. Die Lebenmittel hätte man auch Vorort kaufen können. Nur leider wäre das bei unserem Zeitfenster etwas stressig geworden. Wir werden uns aber Vorort umschauen um dies dann vielleicht so in Zukunft zu handhaben.
Natürlich ist jetzt auch nicht sicher, dass alles seinen Weg zu der angegebenen Adresse findet und dazu auch noch rechtzeitig. Deshalb haben wir nix verschickt, was sich nicht vor Ort schnell wieder ersetzen lässt und unbedingt überlebensnotwendig ist oder extrem investitionsintensiv ;-) Wir wünschen unserem Päckchen also eine gute Reise.
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob wir mit dem Paket genug Gewicht in der Pulka gespart haben. In 3 Wochen hoffen wir das Paket unbeschadet wieder in unseren Händen halten zu können.
Der Chilkoot Trail BC ist speziell für Schneeschuh und Backcountry Touren konzipiert, deshalb und wegen seiner Maximallänge von 155cm ist er auch bei uns im Einkaufskörbchen gelandet. Der Zweiteilige Aluminium – Teleskopstock mit Korkgriff, Systemschlaufe und universeller Stahlspitze macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Lässt sich gut einstellen und scheint auch einiges ab zu können. Er kann maximal 155cm ausgefahren werden und bringt es mit einem Packmaß von 92cm auf ein Gewicht von 560g.
Ihren ersten Einsatz hatte mein Paar bereits auf dem West Highland Way, weil ich mich kurzfristig nicht für andere Wanderstöcke entscheiden konnte. Außerdem wurde der Komperdell als besonders robust angepriesen, deshalb hab ich dem Einsatz in Schottland durchaus positiv entgegen geblickt.
Das Packmaß von fast 1m ist nicht unbedingt komfortabel speziell wenn man mit dem Flugzeug reist, aber mit der passenden Position am Rucksack durchaus handhabbar. Die ersten Meter auf felsigen Untergrund hat er ebenfalls gut gemeistert. Nach ein paar Kilometern im Einsatz hat sich einer der Stöcke dann gerade in einer kritischen Situation zusammengeschoben, nur ein paar Zentimeter, aber ich hatte zu tun das Gleichgewicht zu halten. Das setzte sich auf der gesamten Tour fort, so dass mein Vertrauen in die Stöcke mit jedem Zusammenschieben weiter schwand. Deshalb würde ich sie auf technisch anspruchsvolle Touren z.B. in die Alpen nicht mitnehmen. Zudem haben die Stockspitzen den steinigen Weg nicht verkraftet. Von Spitze will ich auch nur noch in der Vergangenheit sprechen – die sind komplett abgerundet. Aber das hatte ich schon vorher befürchtet, schließlich sind sie hauptsächlich für den Einsatz im Schnee gemacht. Die Spitze lässt sich auch nicht abschrauben und einfach austauschen :(
Da auf der kommenden Tour im März die Anreise per Flugzeug erfolgt, musste ein Packsack für die Pulka her. Kaufen haben wir schnell abgelehnt, da recht teuer. Also selber bauen! Leichter gesagt als getan.
Der Plan stand schnell… zumindest in meinem Kopf. Mit ein wenig Unterstützung aus dem Forum war der nächste Schritt Tomies Order bei Extremtextil: Condura – 500den – PU-beschichtet, Gurtband 40mm, Gurtband 20mm, Steckschließen, Garn und die passenden Nähmaschinennadeln. Eine Woche später hielten wir die Ware in unseren Händen. Aber die Realisierung ließ auf sich warten.
Zunächst musste noch eine Nähmaschine her. Mutti ist eben die Beste und stellt ihre für diesen Zweck zur Verfügung. Kleine Nähmaschineneinführung inklusive.
Dieses Wochenende habe ich mich ganz diesem Projekt gewidmet – Ausgang ungewiss.
Als erstes hab ich mit der Pulka Maß genommen und das Condura großzügig zugeschnitten. Ganz unter dem Motto: lieber etwas zu groß als zu klein! Danach wurde die Position für die Gurtbänder festgelegt und angezeichnet. Mit Stecknadeln war schnell alles angeheftet und dann sollte es an die Maschine gehen. Die Nadel war fix getauscht – etwas zu fix. Nämlich falsch rum! Nach ca. einer halben Stunde Oberfadenspannung einstellen, half nur noch der Telefonjoker. Das Handbuch hat den Fehler aufgedeckt und die Nadel fand endlich die richtige Position… wie gut das auf einmal funktioniert ;-)
Wie im Reisebericht unserer Weihnachtstour kurz erwähnt, hatten wir Probleme mit unserem Kocher. Naja, eher mit dem Unterstand. Aus Gewichtsgründen hatten wir ein relativ kleines Schneidbrett mitgenommen. Dies hat sich als Fehler herausgestellt. Viel zu wackelig und der Kocher rutschte darauf beim regulieren hin und her.
Eine der ersten Amtshandlungen im neuen Jahr war es hier Abhilfe zu schaffen. Schließlcih steht die nächste Tour schon in den Startlöchern. Die Idee stammt nicht von uns aber das Prinzip war sehr einfach uns kostengünstig nachzubauen.
Verwendet wurde eine 40 x 21cm große Sperrholzplatte mit einer Dicke von 5mm.
3 kleine Schrauben sorgen dafür das der Kocher an seinem Platz bleibt und das Regeln des Novas nun auch ohne schweren Topf darauf funktioniert. Auch der Windschutz findet seinen Standplatz auf dem Brett und ein Einsinken im Schnee wird damit verhindert.
Die Materialkosten von ca. 5€ kann man hier wirklich vernachlässigen :) Wenig Geld – viel Nutzen!
Um auf Wintertouren perfekt für kalte Temperaturen gerüstet zu sein, musste vor dem Start in die Vidda eine Daunenjacke ran. Eine schwere Entscheidung hatte ich nicht, da Frauen anscheinend nicht die Zielgruppe für solche Produkte sind bzw. die Produktbeschreibungen nicht wirklich aufschlussreich sind. Meine Vorauswahl fiel auf die Mountain Equipment Cho Oyu Jacket (Frauenmodell) und den The North Face Himalayan Parka (Männermodell). Nach ausgiebigem Probe tragen in der Wohnung bei +20°, ist für mich welch Wunder die Wahl auf das Frauenmodell gefallen. Die Passform der ME hat mich überzeugt, zudem ist das Packmaß kleiner und den Linkshänderreißverschluss der TNF bekomme ich einfach nicht auf die Reihe. Außerdem kann ich ja nicht immer die gleichen Klamotten wie Tomie tragen ;-)
Passend zum Start in unsere lang erwarteten Weihnachtsferien hat es auch Deutschland kalt erwischt. Gesundheitlich noch etwas angeschlagen machen wir uns am 18.12. auf den Weg nach Berlin. Bereits nach 30km auf der Autobahn trübt sich unsere Aussicht – die Scheibenwaschanlage ist eingefroren, aber irgendwie kommen wir in Berlin an. Dort heißt es umladen.
Die Ausrüstung und 3 Leute finden ihren Platz im Auto und Snuffi übernimmt den Dienst am Lenkrad. Wir hätten auch kein Gepäckstück mehr mithaben dürfen, denn das Auto ist voll. Dafür ist aber nix auf dem Dach und somit recht angenehm während der Fahrt. Just in time erreichen wir die 22:30 Uhr Fähre in Sassnitz. Keine Sekunde später hätten wir am Terminal ankommen dürfen. Hinter uns geht die Klappe zu, die Trelleborg legt ab und wir uns auch.
In Schweden und Norwegen sind die Strassen geräumt und wir kommen gut voran. Gespannt behalten wir das Außenthermometer im Auge. Zeitweise sind es -21°C. Ganz schön kalt!

